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erste Schritte

 etwas zur Geschichte:

Seit sehr langer Zeit kratzen die Menschen mit den verschiedensten Werkzeugen Motive in unterschiedliche Materialien wie Steine, Knochen, Elfenbein und erste metallische Werkstoffe. Damit wurden Schmuck und auch Gebrauchsgegenstände verschönert. Die Menschen haben sich in Höhlen und an Felswänden verewigt. Vieles davon kann man heute noch bewundern und so wurde die kulturelle Entwicklung der Menschheit maßgeblich beeinflusst.

Allem gemeinsam ist, das die Werkzeuge normalerweise höherfest als die bearbeiteten Gegenstände waren.

Nun hat sich da sehr viel verändert und über die vielen Jahre entwickelt, aber die Stichel sollten auch heute noch aus höherfesten Materialien als die gravierten Gegenstände gefertigt werden.

für den Anfang:

Stichel kann man aus den einfachsten zur Verfügung stehenden Materialien anfertigen. Das können Bohrer, Feilenstücke, kleine Drehlinge (rund oder vierkant) sein. Vorgeschliffene Stichel findet man auch, diese sind aber oft recht teuer.

Die Abmaße:

Durchmesser x Länge sollte für unseren ersten Stichel vor der Bearbeitung ca. 2,5-3,5 mm x ca. 100mm sein. Drehlinge-Drehstahl bzw. Drehmeißel findet man unter der Bezeichnung DIN 4964 Form B, HSSE-EW9CO10 sehr preiswert im Internet. Selbst passende Nägel sind geeignet. Für die Probestücke sollte man für den Anfang Blech aus Kupfer oder Messing verwenden. Ohne feste Auflage sollte die Blechdicke 2-3mm betragen. Wichtig ist, das die Unterlage nicht federt, daher sollte entsprechend stabil gespannt werden. Um Verletzungen und Schäden an den Sticheln zu verhindern kann man ein Stück Weinkorken verwenden. Auf Profi Materialien für die Stichel kann ich bei Interesse zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.  (siehe Bild 1) 

Für meine ersten Versuche habe ich einen kleinen drehbaren Schraubstock verwendet. Wenn das Probestück stabil ist kann man es direkt spannen oder auf ein kleines Brettchen schrauben oder nageln. Auch die Befestigung mit Siegellack ist möglich. (siehe Bild 2 u. 3 u. ff.)






Zum Stichel schleifen kann man einen geeigneten Schleifbock, aber auch jegliche Schleifsteine zum schärfen für Messer verwenden. Ich verwende hierzu Diamant Schleifplatten mit den Körnungen 240, 600 und 1200 (siehe Bild 4), die ich bei Aliexpress bestellt habe.


Wichtig: 

Die Geometrie und die Schärfe des Stichels sind ganz wichtig für die Lernkurve beim                     erlernen der Gravur.  

Hier steckt viel Frustpotential drin. Dazu aber später mehr.

Auf die verschiedenen Stichelformen gehe ich auch erst später näher ein.

Der erste Stichel sollte für viele Anwendungen geeignet und gut handhabbar sein. Hierfür habe ich einen 120° Facettenstichel, der für den Schub von Hand angefertigt wird, ausgewählt.

noch ein Tipp:

Viel wissenswertes kann man in You Tube unter "hand engraving" finden. Leider wird hier aber oft nicht alles verraten.😠   

Über Graviermaterial kann man sich unter "aurophilist.de" informieren und vieles auch günstig erwerben. 

Literaturhinweis: 

Über die Gravierkunst gibt es eine sehr interessante Anleitung von Peter H. Kunz aus Schaffhausen in der Schweiz, zum Gravieren, Meisseln, Tauschieren usw. und für die Bereitstellung der dazu erforderlichen Hilfsmittel. Hier kann man sich im Internet einen sehr schönen Überblick verschaffen.

hier der Link:

https://feuerwaffen.ch/index_htm_files/Anleitung_02_Gravieren.pdf






















 








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